In einer seiner stärksten Schaffensphasen schuf Horst Janssen 1980 achtzehn Radierungen für die Suite Caprice 2. Kapriolen zu einem Weinetikett des Baron Philippe de Rothschild.
Einer der seltenen Radierzyklen von Horst Janssen auf feinem Japanbütten, entstanden im Zusammenhang mit einem Auftrag des Barons Philippe de Rothschild, der für seinen Jahrgangswein ein Künstleretikett wünschte.
Die Entstehungsgeschichte ist ebenso originell wie charakteristisch für Janssen: Nachdem bereits Größen wie Picasso und Dalí für Château Mouton-Rothschild gearbeitet hatten, wandte sich der Baron auch an Janssen mit der Bitte, ein Etikett zu entwerfen. Dieser nahm die Anfrage begeistert an und fertigte in kurzer Zeit 17 Radierungen, darunter Porträts von Jean Baptiste Chardin, Hyacinthe Rigaud, Ludwig XIV. und Madeleine Bégart.
Für die Auswahl des endgültigen Motivs wurde ein Telefonat zwischen Künstler und Auftraggeber vereinbart. Am Abend des Gesprächs versammelte sich Janssen mit Freunden erwartungsvoll neben dem Telefon. Als Rothschild pünktlich anrief, ließ er das Telefon jedoch unbeantwortet klingeln – und so kam es nie zur Verwendung einer Radierung als Etikett. Für Janssen selbst jedoch war es, wie er später erklärte, das „beste Honorar“, überhaupt von Rothschild angerufen worden zu sein – und dennoch nicht abgehoben zu haben.
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